Au Nain - Coutellerie professionnelle

16.09.2014 14:32

Frankreichs schärfste Klingen kommen aus der Auvergne

Die Qualitätsmesser der Marke Au Nain entstehen in Thiers in der Region Auvergne, die zu den historischen französischen Provinzen zählt. Ihren Namen verdankt sie dem Gallierstamm der Arvernen, der sich zur Zeit der Römer in dem vulkanischen Zentralmassiv ansiedelte. Im 5. Jahrhundert eroberten die Westgoten die Landschaft mit den Vulkanketten Chaîne des Puys und dem Massiv der Monts Dore. Nachdem die Franken die Siedlung zerstörten, wurde Thiers im 6. Jahrhundert wieder aufgebaut und wuchs im Laufe der Zeit immer weiter den Hang hinauf, der sich über dem Fluss Durolle erhebt. Die Kleinstadt liegt im Département Puy-de-Dôme und zählt rund 11.200 Einwohner. Außerdem gehört Thiers zum Naturpark Livradois-Forez. Die Hügel und Berge der Auvergne sind zwischen 300 und 800 Meter hoch. 
 
Messer SchleifenMit der Kunst des Messerschmiedens begann die Blütezeit der Stadt. Kreuzritter sollen das Kunsthandwerk aus Arabien in die Auvergne gebracht haben. Schon im 14. Jahrhundert entstanden in Thiers die ersten Messer - die Schmiede nutzten das starke Wassergefälle der Durolle für ihre Arbeit. Mit diesem einträglichen Gewerbe gewann die Stadt zunehmend an Ansehen und Wohlstand. Die Erzeugnisse der Messerschmiede wurden bereits im späten Mittelalter nach Norditalien und Spanien verkauft. Ende des 18. Jahrhunderts lebten zwei Drittel der Bevölkerung vom Schmiedehandwerk. Heute arbeiten rund 5.000 Menschen in den 300 Coutelliers, den Messerschmiede-Manufakturen von Thiers. Eine der führenden ist Au Nain (ausgesprochen wird der Markenname: O-nŒn). 
 

Der Kanton: Saint-Rémy-sur-Durolle

Dieser gehört zum Arrondissement Thiers, der Hauptstadt Frankreichs für hervorragende Messer - vergleichbar in seiner Bedeutung mit der deutschen Stadt Solingen, die als "Klingenstadt" und Zentrum der Herstellung von Messern und Schneidwaren gilt. Die Saint-Rémois, wie sich die Einwohner von Saint-Rémy-sur-Durolle nennen, gelten als gastfreundlich. Viele Touristen besuchen die Region, um die einzigartige Landschaft per Mountainbike zu erkunden. Zu den Sehenswürdigkeiten in Thiers gehört die romanische Kirche Saint-Genès aus dem 12. Jahrhundert. Die Stadt bezaubert mit ihrem verwinkelten mittelalterlichen Zentrum: "Le Vieux Thiers" besitzt zahlreiche liebevoll restaurierte Fachwerkhäuser, die zwischen dem 15. und dem 17. Jahrhundert entstanden. 
 
Messer SchleifenSehenswert sind "Château et Jardins de la Chassaigne": Park und Schloss stammen aus dem 15. Jahrhundert, errichtet im typischen Stil der Manoirs, wie die Herrenhäuser in Frankreich heißen. Das als Denkmal klassifizierte Anwesen bietet viel fürs Auge: Es gibt neben einer gotischen Kapelle den Englischen und den Französischen Garten sowie eine exotische Gartenanlage, die Orangerie mit tropischen Gewächsen sowie einen Botanischen Garten mit interessanten Pflanzensammlungen. Erholung und Entspannung finden Urlauber ebenfalls im Freizeitpark "Rives de Thiers" nahe der Dore, dem Mündungsfluss der Durolle. Wandern, Schwimmen, Radeln, Reiten, Tennis und Golfen werden hier geboten. 
 
Die für die Region so bedeutende und lukrative Schmiedekunst erfährt ebenfalls eine gebührende Würdigung. Im "Maison der Coutelliers" befindet sich eine Ausstellung, die die Entwicklung des Handwerks von seinen Anfängen in Thiers bis in die Gegenwart dokumentiert. Auch der Nachbau einer historischen Messerschmiede kann besichtigt werden. Das Museum des Messerschleiferei ("Musée de la Coutellerie") vertieft die Einblicke in die Herstellung von Klingenwerkzeugen mit einer Filmvorführung. Eine ehemalige Messerfabrik im "Vallée des Usines" (Tal der Fabriken) dient unter dem Namen "Le Creux de l'Enfer" heute als Museum für zeitgenössische Kunst. 
 
 
 

Handwerk mit Tradition: das Messerschmieden 

Mittlerweise gehört der Beruf des Messerschmieds, der im Mittelalter weit verbreitet war, zu den aussterbenden Zweigen des Handwerks. Über Jahrhunderte und zahlreiche Generationen war es in überall in Frankreich üblich, ein Messer für die Arbeit und für Essenspausen dabei zu haben. Beim Ritual des "casse-croûte", wenn Freunde Brot, Käse und Wein miteinander teilen, galt es als ebenso unverzichtbar wie bei Tätigkeiten beispielsweise in der Landwirtschaft oder im Weinbau. Manches Messer wurde vom Vater auf den Sohn vererbt, häufig galt es auch als begehrtes Geschenk und Zeichen der Freundschaft unter Männern. Die Messer aus der Auvergne sind aus dieser Region kaum wegzudenken und eng mit Heimatliebe und der französischen Lebensart, dem "savoir vivre", verbunden. Bis heute werden sie in einem Traditionsunternehmen wie Au Nain, das auf eine fast 130-jährige Firmengeschichte zurückblickt, mit Passion in reiner Handarbeit gefertigt. 

Logo Au Nain Couteliers depuis 1885 aus Thiers -Auvergne - France

Das unverkennbare, nostalgische Logo mit dem Zwerg

Der Zwerg ist das Markenzeichen der Manufaktur Au Nain und zeugt von humorvollem Understatement. Als die Messerfabrik im Jahr 1885 gegründet wurde, bezeichnete sich ein Konkurrent von kleinem Wuchs vollmundig als "Gigant der Messerbranche". Die Replik des hoch gewachsenen Firmengründers bestand in der Namensgebung "Au Nain" (zum Zwerg) und dem Gnom im Firmenlogo, das bis heute beibehalten wurde. Inzwischen gehört das Label Au Nain zu den angesehensten und bekanntesten in Frankreich und weit über die Grenzen des Landes hinaus. 
 

Firmenhistorie Au Nain im Wechsel der Zeiten 

Die Geschichte der renommierten Messerschmiede überlagert sich mit der langen Tradition dieses Handwerks, das seit sechs Jahrhunderten in Thiers am Ufer der Durolle beheimatet ist. Das Know-how, welches bei den Franzosen "savoir-faire" heißt, gründet sich ebenso auf die Qualität der Maschinen wie auf die Menschen, die sie benutzen. Die Messerschmiede bei Au Nain stellen auch mit Leidenschaft industrielle Klingen her und schaffen neue Modelle für Profis sowie für die heimische Tischkultur ihrer Kunden. 
 
Das Wasser, das aus den Forez-Bergen kommt, und die Tatkraft der Menschen vor Ort erklären nicht allein die Geburt dieser speziellen Industrie in Thiers. Die Einheimischen haben das Holz des "Bois Noir" für das Feuer genutzt und die wilde Energie der Durolle gebändigt. So gelang es im "Le Creux de l'Enfer" (Höhle der Hölle), die ersten der heute auch überregional wohlbekannten Klingen zu schmieden. 

Au Nain Doppel Wiegmesser

 
Jean-Paul Duroux, der Generaldirektor des Unternehmens Au Nain, sagt: "Es war mein Großvater Gaston Saint-Joanis, der eigentlich den Familienbetrieb industrialisiert hat. Er richtete die Produktion unserer Firma auf das professionelle Messerschmieden aus und orientierte sich komplett an den Ansprüchen und Bedürfnissen der Käufer und Benutzer."
 
Drei Generationen später hat Au Nain annähernd alle Bereiche der Gastronomie und der Ernährungsberufe erobert und bei wählerischen Profis Maßstäbe für Qualität und unerlässliche Robustheit gesetzt. Küchenchefs, Fleischer, Konditoren, Fischhändler und Hotelfachschulen schätzen die zahlreichen Produktpaletten von Messern und Schneidwerkzeugen sowie die Vorzüge von rostfreiem Stahl in attraktiver Verbindung mit neuen Materialien für die Griffe. Hier gehen Tradition und Innovation eine überzeugende und dauerhafte Beziehung ein und lassen sich kontinuierlich erweitern. Genau diese Errungenschaften haben Au Nain stark gemacht und in die Lage versetzt, sein professionelles "Gewusst wie" in hochwertige Schneidwaren und dekorative Tischkultur zu stecken.
 

Au Nain - traditonell, zeitgemäß und künstlerisch

Das Unternehmen produziert Produktlinien mit Schneid- und anderen Werkzeugen sowie kompletten Essbestecken. Diese werden einzeln oder in repräsentativen Geschenkkartons verkauft, vorwiegend in Spezialgeschäften oder in den großen Edelkaufhäusern. Dank der gleichbleibenden Qualität, der korrekten Lieferung, des seriösen Managements und der ausgeprägten Kundenbindung gilt die Marke Au Nain bei Spezialisten als zuverlässig und unverwechselbar - und das bereits seit 1885. 

6 Steackmesser

 
Die kollektive Marke mit Erzeugnissen der Messerschmieden vor Ort nennt sich "Esprit de Thiers" - Au Nain gehört selbstverständlich dazu. Die Produkte der an der Durolle ansässigen Werkstätten konnten im Wandel der Zeiten immer bestehen und werden zunehmend auch in Deutschland und anderen Ländern hoch geschätzt.
 
Heute arbeiten 20 Arbeiter des Familienbetriebes Au Nain in der industriellen Produktion. Etwa ein Viertel des Umsatzes wird mit Industriemessern für den Reifenhersteller Michelin erwirtschaftet. Eine Besonderheit stellt die seit 1920 bekannte Juwelierarbeit unter dem Namen des Schleifmeisters Henri Lamouroux dar. Die künstlerischen Produkte mit Ziselierungen von unvergleichlicher Ästhetik und Präzision gehören zu den Flaggschiffen des Unternehmens Au Nain in Thiers, Spezialist für Stahlklingen und "Messer mit Eigenschaft".