Wissenswertes über Schneidebrett und Hackblock

04.05.2013 09:29

Das sind die Besten: Schneidbretter und Hackblöcke aus Stirnholz

Werden Hackblöcke aus Stirnholz hergestellt, welches manchmal auch Hirnholz oder Kopfholz genannt wird, dann sind diese besonders hart, schnittfest und widerstandsfähig. Für ein massives Schneidbrett aus Stirnholz wird zunächst der Stamm der Hainbuche in entsprechend dicke Scheiben geschnitten und diese anschließend in einzelne Würfel gesägt. Wie bei einem Puzzle werden diese Holzklötze wieder aneinander gesetzt und fest miteinander verleimt. Dies geschieht so, dass von oben die feinen Jahresringe des Baumes sichtbar sind. Dank der Schattierungen des Holzes, die sich dadurch ergeben, haben diese Hackblöcke eine reizvoll gemusterte Oberfläche. Das sieht nicht nur zauberhaft aus, sondern auf diese Weise haben die so gefertigten Hackblöcke eine einzigartige Festigkeit. Weil die Holzfasern durch diese Verarbeitungsweise aufrecht stehen, schließen sich kleine Einschnitte, die durch scharfe Messer verursacht werden, von ganz alleine wieder. So bleibt die Schneidfläche des Schneidebrettes lange schön und eben. 

Die Hainbuche

Die Hainbuche, die wegen ihres hellen Holzes auch Weißbuche genannt wird oder aufgrund ihrer immensen Härte auch Eisenbaum, hat ein besonders hartes und schweres Holz, welches sich sehr gut für die Herstellung von Schneidebrettern oder Hackklötzen eignet. Was die glatte Rinde und die Form der Blätter betrifft, sieht die Hainbuche der Rotbuche ziemlich ähnlich , allerdings sind die Früchte und das Holz sehr unterschiedlich. Das Holz der Hainbuche wird vornehmlich für zwei verschiedene Zwecke gebraucht: aufgrund der dichten Struktur hat dieses Holz einen hohen Brennwert und wird oft zum Heitzen verwendet oder aber wegen seiner enormen Härte zur Herstellung von Hackklötzen oder früher sogar für Tischlerwerkzeuge wie den Hobel und damals für die Buchdruckerei als Bildstempel. Die dichte Struktur und Härte erhält der Baum durch sein gleichmäßig gebautes Holz, das zu einer sehr feinen Musterung führt mit kaum sichtbaren Jahresringen. Im Gegensatz zu Eichen- oder Akazienholz, das sich sehr gut zu Brettern für Tischlereiarbeiten verarbeiten lässt, ist die Hainbuche kaum zu sägen und zu spalten, da die Struktur des Holzes nicht linienförmig ist. 

Hygiene und Sauberkeit

Je dichter und härter das Holz ist, das bei der Herstellung von Schneidebrettern und Hackbrettern verwendet wird, desto hygienischer ist Ihre Unterlage zum Schneiden. Deswegen sind Hackblöcke aus dem harten Holz der Hainbuche so gut und langlebig - und vor allem keimfrei. Die Reinigung gestaltet sich ganz einfach: nehmen Sie einen nassen Schwamm, eventuell mit etwas Spülmittel, und trocknen Sie Ihr Schneidbrett nach dem Waschen  gut mit einem Tuch oder mit Haushaltsrolle ab. Es ist auch möglich, Speisessig statt Spülmittel zu benutzen, da es eine antiseptische Wirkung besitzt. Sie können wie die Profis, allerdings erst dann wenn Ihr Hackblock richtig trocken ist,  die Oberfläche mit der Klinge eines großen Küchenmessers oder mithilfe eines Schabers abkratzen. Dies beseitigt leichte Rillen in der Holzoberfläche.
Nasse Holzbretter lassen Sie einfach aufrecht stehen und gut durchtrocknen - so kann die Luft rund um das Schneidebrett völlig frei zirkulieren und es entstehen im Holz keine Spannungen. 

Die richtige Pflege Ihres Hackblockes 

Alle zwei bis vier Wochen wenn die Oberfläche Ihres Hackblockes hell wird, verteilen Sie einfach großzügig Sonnenblumenöl auf der Fläche und lassen Sie es über Nacht in das Holz einziehen. Das überschüssige Öl wischen Sie einfach am nächsten Tag mit Küchenrolle ab. Dies schützt das Holz gegen Flecken und Feuchtigkeit und verleiht ihm einen schönen Glanz. 
Monsieur Gérard, Chef von Billots de Sologne, empfiehlt Sonnenblumenöl wegen seiner flüssigen, geruchs- und farbneutralen Eigenschaften. Außerdem zieht das Sonnenblumenöl sehr gut in das Holz ein. So wird das wertvolle Holz vor Austrocknung und Stumpfheit sicher geschützt, es nimmt weniger Feuchtigkeit auf und die antibakterielle Wirkung des Holzes bleibt erhalten. Des weiteren bekommen ausgeblichene Stellen auf dem Holz wieder ihren natürlichen Glanz und warmen Farbton. 
Die Hackblöcke sind für eine trockene und normal temperierte Lagerung gemacht und darf niemals mit viel Wasser gewaschen oder eingeweicht werden.  Auf gar keinen Fall dürfen Sie das Schneidebrett, noch den Hackblock in der Spülmaschine waschen. Denn die hohen Temperaturen, bei denen das Geschirr in der Maschine gereinigt wird, schaden dem Holz ganz gewaltig. Ebenso würden sich die geleimten Verbindungen der Holzklötzchen mit der Zeit lösen.

Die natürliche und antibakterielle Oberfläche des Holzes

Holz hat bemerkenswerte antibakterielle Eigenschaften. Bereits vor zwanzig Jahren verglich das Food Research Institute in Wisconsin (USA) Brettchen aus Holz mit solchen aus Kunststoff und kam zu dem überraschenden Ergebnis, dass die hölzernen Brettchen wesentlich hygienischer sind. Deutsche Wissenschaftler zweifelten diese Studie zunächst an und prüften die Ergebnisse in eigenen Versuchen. Doch sie mussten schließlich auch zugeben, dass Holz für Keime eine nachweisbar hemmende Wirkung hat. Bis heute ist noch nicht abschließend physikalisch und chemisch nachgewiesen, wie diese antibakterielle Wirkung genau funktioniert. Die Wissenschaftler erklären dies zum einen mit der hygroskopischen Wirkung des Holzes: das heißt, dass den Bakterien durch das Holz das Wasser entzogen wird, welches sie zur Vermehrung und zum Überleben benötigen. Zum anderen wirken Inhaltsstoffe des Holzes direkt selbst antibakteriell. Die Untersuchungen zeigten, dass die Testkeime auf dem Holz dank dessen Wirkung tatsächlich abgetötet wurden. Schneidebretter aus Kunststoff dagegen ließen sich nur durch sehr intensive Reinigung in diesen keimarmen Zustand bringen. 

Zwei Schneidebretter sind sinnvoll

Auch in der privaten Küche ist es sinnvoll, mindestens zwei Schneidebretter zu benutzen. Während auf dem einen Küchenbrett stark riechenden Lebensmittel wie Fisch geschnitten wird, können Sie auf dem anderen Obst, Gemüse oder Fleisch schneiden. Ambitionierte Hobbyköche schwören genauso wie Profiköche auf Holz als das ultimative Material für Schneidebretter und Hackbretter.